00 — FAQ
Was Geschäftsführungen im Mittelstand beim Rebranding wirklich umtreibt — Anlass, Prozess, Kosten, Rollout, Risiko. Keine Floskeln, kein Werbetext.
01 — Strategie & Anlass
Ein Refresh ist Pflege: Logo-Politur, frische Bildwelt, neue Website auf gleicher Strategie. Ein Rebranding ist eine Antwort auf eine echte Veränderung — neue Eigentümerstruktur, neuer Markt, neuer Markenkern, Fusion, Carve-out, Generationenwechsel. Faustregel: Wenn sich nur das Aussehen ändern muss, ist es ein Refresh. Wenn sich das Versprechen ändert, ist es ein Rebranding.
02 — Prozess & Dauer
Die Dauer hängt mehr an euren Entscheidungswegen als an unserer Produktion. Klare Sparringpartner = schneller Go-Live.
03 — Kosten & ROI
Realistische Bandbreiten für den Mittelstand:
Was nicht inkludiert ist: Druck, Beschilderung, Fahrzeugbeklebung, Werbemittel, neue Fotoshootings, Filmproduktionen. Plant für den Rollout 30–80 % des Designbudgets nochmal als Umsetzungsbudget ein.
04 — Naming & Markenschutz
Selten. Der Name ist meist das wertvollste Asset — er trägt Suchverkehr, Reputation, Beziehungen. Ein Namenswechsel macht nur Sinn bei: rechtlichen Konflikten, irreführendem Namen („Müller GmbH“ macht jetzt Software), Carve-out, internationaler Aussprachebarriere oder einer komplett neuen Strategie.
Naming-Prozess: 8.000–25.000 € je nach Tiefe. Dazu kommen Markenrecherche und -anmeldung beim DPMA (ca. 300–900 € Amtsgebühren plus Anwalt) und ggf. EU- oder international (WIPO).
Eigenrecherche via DPMAregister und TMview reicht für eine erste Einschätzung. Vor Anmeldung gehört eine professionelle Recherche durch eine Markenanwaltskanzlei dazu — sonst riskiert ihr eine Abmahnung nach Launch. Domains parallel sichern (.de, .com, ggf. .eu).
05 — Logo & Designsystem
Nicht zwingend. Drei Wege:
06 — Website & Digital
Praktisch immer. Die Website ist der Ort, an dem alles zusammenkommt: Logo, Sprache, Bildwelt, Versprechen, Beweis. Ein neues CD ohne neue Website wirkt halb durchdacht und schadet mehr als es nützt.
Bei sauberem Vorgehen: nichts Schlimmes. Wichtig sind:
Ein Domain-Wechsel ist riskanter und braucht 6–12 Monate, um sich SEO-seitig zu erholen.
07 — Rollout & Implementierung
Nein. Sinnvoller ist ein gestufter Rollout:
Die häufige Überraschung: 30–80 % des Designbudgets nochmal. Beispiele:
Tipp: Bestände aufbrauchen, wo es geht. Niemand erwartet, dass am Tag X auch der Notizblock aus 2024 verschwunden ist.
Drei Bausteine:
Vermeidet Marketing-Floskeln. Sagt, was sich konkret ändert — auch im Produkt, im Service, in der Zusammenarbeit.
Vor allem: vor der Außenkommunikation. Die Belegschaft sollte das neue Logo nicht aus der LinkedIn-Timeline erfahren. Format: Townhall + Mitarbeiter-Mailing + FAQ-Dokument intern + neue Templates am ersten Arbeitstag verfügbar.
08 — Stakeholder & Change
Skepsis ist ein gutes Zeichen — sie schützt vor Bauchentscheidungen. Was hilft:
Sehr gut sogar. Inhouse kennt das Geschäft, die Agentur bringt Außenblick und Spezialisierung. Sinnvolle Aufteilung:
Wir übergeben am Ende ein Designsystem, das eure Inhouse-Leute weiterführen können — nicht eines, das sie an uns bindet.
09 — Inhouse vs. Agentur
Technisch ja. Inhaltlich selten. Die Hürde ist nicht das Logo-Zeichnen, sondern der unbestechliche Außenblick. Wer 20 Jahre im Unternehmen ist, verwechselt Selbstverständlichkeiten mit Differenzierung. Eine Agentur stellt unbequeme Fragen, weil sie keine internen Loyalitäten hat.
10 — Internationalisierung
Drei Prüfpunkte:
Klassische Stolperfallen: deutsche Komposita, Umlaute, ironische Doppeldeutigkeiten.
11 — Messung & Erfolg
Sechs Indikatoren, drei davon vor dem Start dokumentieren:
Wer in 4 Wochen Ergebnisse sehen will, hat das falsche Werkzeug gebucht.
12 — Brainfunck
Ja: Nextpack (Verpackung), t.con (IT-Beratung für die produzierende Industrie). Beide auf der Website unter /cases/.
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